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Therapie

Innerhalb eines jeden therapeutischen Prozesses sind für mich die spielerischen Impulse der Person – ganz egal, ob Kind, Jugendliche:r oder Erwachsene:r – die sich mir anvertraut, entscheidend. Ich sehe mich sehr stark als Begleiter auf einer Reise zu sich selbst und möchte vor allem selbstheilende Prozesse unterstützen.

Jede Therapie ist daher immer wieder neu und spannend sowie passt sich individuell den Bedarfen der Klient:innen an. Von besonderem Interesse ist es für mich, gemeinsam mit einer Person auf der Symbolebene gefahrlos unterschiedlichste Dinge auszuprobieren, um diese dann in den Alltag übertragen zu können.

Für mich ist es wichtig, Methoden sinnvoll und unter Berücksichtigung besonders folgender Aspekte in der Therapie anzuwenden:

  • Aktueller Befindlichkeitszustand und entsprechende Fragestellungen
  • Individueller Entwicklungsstand (sowohl der emotional-soziale, als auch der kognitive) 
  • Sensomotorisches Profil der Person
  • Die wichtigsten Beziehungskonstellationen (z. B. familiärer Kontext)
  • Individuelle Vorlieben und Interessen 

Für die Ausgestaltung eines spieltherapeutisch geprägten Settings werde ich vor allem von folgenden Methoden beeinflusst.

DIRFloortime-Methode

“Follow the child’s lead and make it relational!“

(Folge der Führung des Kindes und geh in die Beziehung!)

- Nach Stanley I. Greenspan und Serena Wieder -

Die DIRFloortime-Methode nach Stanley I. Greenspan und Serena Wieder basiert auf einem entwicklungspsychologischem Stufenmodell, das die normaltypische Entwicklung von Kindern in sechs zentrale Entwicklungsebenen mit definierten Entwicklungskapazitäten einteilt und Kindern mit bestimmten Kniffen und Handlungsstrategien dabei hilft, systematisch die Entwicklungsleiter hinaufzuklettern. DIRFloortime stellt das Spiel in den Vordergrund und setzt an den Themen Kommunikation und Regulation an, ist ressourcenorientiert und auf die individuellen Bedürfnisse von Kindern abgestimmt. Besonders Kinder mit Entwicklungsherausforderungen (z. B. Autismus) können sehr stark von dieser Methode profitieren, da DIRFloortime uns wie eine Schatzkarte zu den häufig verborgenen Entwicklungsschätzen von Kindern führt.

Zusammenfasst ist die DIRFloortime-Methode:

  • Eine Definition von Entwicklungsebenen mit Entwicklungskapazitäten, um zentrale Entwicklungsthemen aufzugreifen, zu entwickeln und zu bearbeiten (D)
  • Eine Definition des sensomotorischen Profils von Kindern, um möglichst umfassend Ressourcen erkennen und nutzen, aber auch Barrieren identifizieren und beseitigen zu können (I)
  • Eine Betrachtung der wesentlichen Beziehungskonstellationen (R)
  • Beziehungsorientiertes Spielen von Eltern und Kind (Floortime)

 

Waldon-Approach/Functional Learning

“Meaning comes from movement.”

(Bedeutungen entstehen aus Bewegungen.)

- Geoffrey Waldon -

Geoffrey Waldon entwickelte eine völlig neue Theorie, um das kindliche Lernen zu erklären. Er gebrauchte die Formulierung Lernen-zu-Lernen Hilfsmittel um die mentalen und kognitiven Hilfsmittel zu beschreiben, die Kinder in den ersten drei Jahren ihres Lebens entwickeln, während sie ihre physikalische Umgebung durch komplexe Bewegungen und Erkundungen ihrer Sinne ausprobieren. Menschen, die aus welchen Gründen auch immer, Lernschwierigkeiten haben, können durch die Waldon-Aktivitäten ihr Verständnis für sich selbst erhöhen und emotionale Resilienz v. a. durch Angstreduktion innerhalb eines gesicherten Rahmens entwickeln. Geoffrey Waldon entwickelte seine Ideen aufgrund jahrelanger Praxis und der Beobachtung einer Vielzahl von Kindern im freien Spiel. Dabei interessierten ihn besonders deren Fähigkeit, sich neue Lerninhalte anzueignen, sowie die Mechanismen, die zur Entwicklung für ein Verständnis von Vorgängen führen, bevor die Kinder gesellschaftlich geprägt werden. Im Zentrum von Waldons Therorie steht die Erkenntnis, dass jedes menschliche Verständnis sich direkt aus der Organisation von Bewegungsabläufen in Zeit und Raum speist, nämlich dass Bedeutungen aufgrund von Bewegungen entstehen.

Zusammengefasst ist der Waldon-Approach/das Functional-Learning:

  • Ein Erklärungsmodell, wie sich das logische, abstrakte Denken beim Menschen unabhängig seiner kulturellen Prägung entwickelt
  • Ein direktiver Therapieansatz, der Kinder dazu befähigt, zentrale, frühkindliche Entwicklungsschritte zu machen und ggf. nachzuholen
  • Ein „ganzheitlicher“ Therapieansatz, der in jeglichen Lebensbereichen (v. a. Alltagsgestaltung) zum Einsatz kommen kann
  • Ein therapeutischer Ansatz, um besonders Eltern von Kindern mit Entwicklungsherausforderungen Ideen zu vermitteln, wie sie ihr Kind im Alltag unterstützen und fördern können

Therapeutisches Puppenspiel

„Die Puppen vermitteln uns die Erfahrung, dass die Dinge sprechen können. (…) Die Unverbrüchlichkeit der Puppe, ihre Zaubermacht, bietet den sicheren Grund, das Land der Phantasie und der Phantasmen zu betreten, ohne sich fürchten zu müssen. Mit der Puppe (…) können wir hinabtauchen (…) in die Tiefen der Lebenswelt, in ihre Geschichte, deren Unendlichkeit, und das ist ihre Wirklichkeit, die nur mit der Kraft der Phantasie und der Träume erfasst werden kann.“

- Hilarion Petzold -

Therapeutisches Puppenspiel ist eine Form von kreativer Spieltherapie und dient dazu, bedeutsame Entwicklungsthemen durchzuspielen und eigene Geschichten im Spiel sichtbar und somit auch begreifbar zu machen. Dadurch können innerpsychische Blockaden, Ängste und sogar Traumata in einem narrativen, symbolischen und strukturierten Kontext verarbeitet und Problemlösestrategien im sicheren Raum im Sinne eines Probehandelns unter behutsamer Begleitung der:des Therapeut:in entwickelt werden. Mit den Bezugspersonen des Kindes wird dieser therapeutische Prozess entschlüsselt, sodass Anregungen für die Gestaltung des Miteinanders entstehen können.

Zusammengefasst ist das Therapeutische Puppenspiel:

  • Eine kreative Auseinandersetzung mit sich selbst
  • Symbolisches Spiel (Probehandeln) als Ausdruck innerpsychischer Themen und von Emotionen
  • Schöpfen eigener, innerer Figuren
  • Deutung des Gespielten auf der Basis eines tiefen Symbolverständnisses
  • Suchen und Finden von Problemlösestrategien für den Umgang mit Alltagssituationen